Visuals – Midsommar 2018

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Von Festivals wird ja gerne behauptet, sie sein bunt, leuchtend, strahlend oder funkelnd. Das mag mit Sicherheit auch auf unser schönes Midsommar zutreffen. Auf den grünen Wiesen des Weiler Hubs erwartet euch aber mehr als lockere Lichtkunst und regelmäßiger Augenschmaus. Die Schallvagabunden bringen Künstler, Macher, Musiker und Querdenker zusammen, deren Arbeiten wie einzelne Puzzlestücke sich zu einem Teil von dem zusammensetzen können, was unser rauschendes Fest so besonders macht.

Beim Midsommar wird mit Konventionen gebrochen. Und das soll auch für die verschiedenen Künste gelten, findet Antonia Zettl, VJ und seit Anfang diesen Jahres als Lumentwined aktiv in einer Kollaboration mit der Post-Rock-Band Pictures From Nadira. Die psychedelischen Gitarrenlicks ihrer Bandkollegen untermalt sie mit einer Live-Projektion, in der die Musiker sich mit der Musik aufzulösen scheinen. “Ich entwerfe ein visuelles Kleid, in dem ich mich von der Musik leiten lasse” erzählt Antonia. Sie wird man beim Midsommar häufig antreffen: Neben ihrem Auftritt mit Pictures From Nadira bietet Antonia auch den Tanzworkshop “Tribal Fusion Belly Dance” an.

Auch an Ivan Golods künstlerische Verwendung von Projektionsgeräten wird man auf dem diesjährigen Festival bestaunen können. Der studierte Informatiker, der schon seit Längerem als Teil des Münchner Künstlerkollektivs “Das Netzwerk” Wände aufleuchten lässt, hat sich für dessen neuen Floor – ein umgebautes Fahrsilo – ein ganz eigenes Konzept einfallen lassen: Mit einer Mischung aus digitalen und analogen Elementen, einem Spiel mit Raum, Farben und Formen, wird Ivan mittels zweier Beamer dem alte Fahrsilo zu neuem Leben verhelfen.


Neben solch experimentellen Formaten gibt es auf dem Midsommar auch gute alte Filmkunst zu bewundern: wie in den letzten Jahren auch wird Rainer Gottwald mit seinem “Kino Utopia” dieses Jahr erneut auf der grünen Wiese in Hub Filme unter freiem Sternenhimmel ausstrahlen. Dieses Jahr will der Kinobetreiber aus Wasserburg allerdings etwas Neues ausprobieren: Es sollen Kurzfilme gezeigt werden, über elektronische Musik, das Studentenleben, auch Horror. Welche Filme genau, das verrät Rainer zwar noch nicht. Aber nur so viel: “Kurzfilme sind schnelllebiger, das passt gut zu so einem Festival”.

Einen ganz anderen Weg hingegen schlagen die beiden Querköpfe Josh und Vinzent vom Kollektiv Contrastpunkt ein. Seit einiger Zeit experimentieren die beiden jungen Münchner an den Anfängen der Fotografie. Sie versuchen, die Strukturen des Lichts in verschiedenen Materialien aufzubrechen, “das Unsichtbare sichtbar machen” könnte man das nennen. Auf dem Midsommar haben sie viel vor: In ihrem Wohnwagen, den sie liebenswürdig “kleiner Onkel” getauft haben, haben sie eine Camera Obscura, eine Dunkelkammer geschaffen. Über ein Loch wollen sie Licht auf großem Format einfangen. Ihr Workshop soll ein Experimentierfeld werden, ein Ruhepol, “ein Ort des sich selbst Konsumierens” meint Josh. Darüber hinaus wollen die beiden Jungs über Overheadprojektoren sogenannte “Lichterholungsgebiete” einrichten: Orte, an denen jeder mit Formen, Substanzen und Farben experimentieren können soll. Und vielleicht machen sich die beiden auch einmal selbst ans Werk und zeigen, was man mit einem Overheadprojektor und ein paar Flüssigkeiten so alles anstellen kann: Eine Reise durch Farben und Formen.

Seid gespannt!