Danke für das Fest des Jahres – Midsommar 2018, ein Nachwort – Midsommar 2018
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Danke für das Fest des Jahres – Midsommar 2018, ein Nachwort

Nachwort

Nach dem Fest steht eine ganze Menge Kram an. Das ist zum Teil recht trockenes Bürozeug, aber dann ist da immer noch eine besonders schöne Sache, die man gerne macht und die all die Erinnerungen nochmal aufleben lässt. Das Nachwort. Eine schöne Gelegenheit um abzuschließen mit diesem Projekt und der ganzen Gemeinschaft einen Ausblick zu geben auf künftige Pläne. Der nachfolgende Text ist außergewöhnlich lang geworden, aber es gibt auch viel zu sagen. Ich hoffe, dass ihr euch an einem entspannten Abend mal kurz Zeit dafür nehmen könnt.

Liebe Vagabunden,

mehr als eine Woche später und wir sind immer noch ganz berauscht von diesem einzigartigen Fest. Jetzt gibt es viel zu erzählen. Euphorisierende und ernüchternde Dinge. Lob und Kritik. Ich will mein Herz ausschütten und einen Blick hinter die Kulissen geben für alle, die ihn möchten. Wir können alle stolz sein! Und ihr sollt wissen warum. Beginnen wir mit dem wichtigsten Teil:

Umarmungen

Es gibt eine Reihe von Menschen denen Dank gebührt für den riesigen Erfolg, der das Midsommar 2018 war. Diese Reihe ist derart lang geworden, dass sie wohl mehrere Seiten füllen würde. Ich versuche (leicht panisch, weil es so schnell passiert, dass man hier jemanden vergisst) mal die zentralen Figuren zu nennen, in vollkommen willkürlicher Abfolge und ohne Hintergedanken. Danke an die Anwohner! Liebe Huber und umgebende Höfe. Wir wissen, dass es keine einfache Entscheidung ist, uns euren Grund und Boden zur Verfügung zu stellen. Wir sind auf euer Vertrauen und eure Toleranz angewiesen. Danke, dass ihr uns beides schenkt und uns den Freiraum lasst, den wir brauchen um dieses Fest zu organisieren. Danke an die Künstler; Musiker*innen, Djs, Workshopanbieter*innen und all die bunten Vögel, die mit ihrer Kreativität das Fest zum glänzen gebracht haben. Danke an die Mitveranstalter: Kommune Vertikal, Netzwerk, In Deep, aber auch die anderen Crews: Isar Bass, Bushbash, Time Tripping. Ihr alle. Es hat riesen Spaß gemacht mit euch zusammenzuarbeiten. Danke auch an die vielen Helfer*innen, die beim Aufbau des Festes mit so viel Hingabe an jedem Detail gefeilt haben. Besonders Franzi und das Team „keine halben Sachen“, ohne euch hätten wir das nie alles geschafft! Danke auch den vielen helfenden Händen während des Festes, die sich in den verschiedenen Teams um einen reibungslosen Ablauf gekümmert haben. Wir sind euch zu tiefstem Dank verpflichtet. Ihr habt durchgehalten, weit über das hinaus, was ihr uns ursprünglich zugesichert hattet und habt damit viel kompensiert. Zum Schluss noch ein besonderer Dank an die Truppe, die man wohl als das Herz dieser Veranstaltung bezeichnen kann: Die Menschen, die man auf keiner Bühne sieht und ohne die es doch kein einziges Midsommar gegeben hätte. Manche waren zum ersten Mal dabei, andere sind schon echte Festivalveteranen und wissen selbst am besten wie zentral ihre Rolle für den Zusammenhalt des Festes ist. Danke an mein Team! Anna und Julian am Einlass und unzähligen weiteren Baustellen. Lisa im Kiosk, unermüdlich und immer geduldig. Niklas und Domi in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsleuten. Ihr habt mit viel Geduld und Einsatz dazu beigetragen, dass alle unsere Gäste verstehen warum Rücksichtnahme und Respekt vor Natur und Mitmenschen so eine zentrale Rolle spielen bei uns. Flo und Soraya in der Küche, mit echter Hingabe für gutes Essen. Ihr habt wieder mal Menschen für Nahrung ganz ohne Tier begeistern können. Bella, Laura, Max, Simon und Ben, für euren Einsatz zum Wohl der Künstler. Auch wenn das Programm komplex geworden ist, mit eurer Hilfe konnte der Ablauf reibungslos stattfinden. Louis und Markus für euren unermüdlichen Einsatz in Zusammenarbeit mit den Teamleitern. Ihr habt uns allen eine riesen Last von den Schultern genommen. Yul, Tam und Benni an den Bars. Ihr habt auf eine riesen Menge an unvorhergesehenen Herausforderungen immer souverän reagiert und damit dem Team genau wie den Gästen einen riesen Dienst erwiesen. Lena, vor und während dem Fest im Büro und als Ansprechpartnerin in allen Belangen. Und natürlich Ida und Lukas an den Kameras. Das war ein echter Drehmarathon für euch. Max, Bella, Flo, Krissi, und Louis gebührt zusätzlich noch ein ganz besonderer Dank für ihren Einsatz in den Monaten vor dem Fest. Ihr alle habt auch in diesem Jahr Großartiges geleistet und ich hoffe, dass ich mit meinem Einsatz etwas dazu beitragen konnte, dass ihr auch euren Spaß an diesem Projekt haben konntet. Und danke an Simon und die drei Wandergesellen, die es auch nach dem Fest noch viele Tage in Hub ausgehalten haben. Ohne euch wäre der Abbau nie so geschmeidig gelaufen!

Kopfschütteln

Nach all dem Lob werde ich nun, ganz unüblich für Texte dieser Art, auch ein paar Worte der Kritik äußern. Es wäre unehrlich das auszulassen. Wir waren schon immer ein sehr familiäres Fest. Das bedeutet auch, dass wir unseren Gästen einen enormen Vertrauensvorschuss entgegengebracht haben. Die Annahme ist, dass alle wissen welche Dinge wichtig sind, um die Zukunft des Midsommar zu sichern. Einiges von diesem Vertrauen wurde dieses Jahr enttäuscht. Wir haben eine Reihe von Hausregeln, die wir uns nicht willkürlich ausgedacht haben, sondern die elementare Bedeutung haben um das Midsommar verträglich mit seiner Umgebung zu gestalten. Die umliegenden Wiesen platt zu trampeln, zu vermüllen oder sich gar darin zu erleichtern, ist keine Kleinigkeit. Diese Wiesen sind die Lebensgrundlage der umliegenden Landwirte. Menschliche Fäkalien sind giftig für Tiere. Auch Glasscherben sind nichts, was eine Kuh zu fressen bekommen sollte. Wir verzichten auf die, auf sämtlichen vergleichbaren Veranstaltungen üblichen, kompletten Umzäunungen des Geländes. Bitte helft uns dabei das auch weiterhin tun zu können. Ein weiterer Punkt, an dem wir für unser Vertrauen hart bestraft wurden, waren die freiwilligen Helfer*innen. Diejenigen unter euch, die tatsächlich mit angepackt haben, haben Großartiges geleistet. Man kann es nicht oft genug sagen: Danke! Aber diejenigen, die eine Freikarte bekommen haben, nur um dann gar nicht oder unzurechnungsfähig zu ihren Schichten zu erscheinen. Ihr solltet euch schämen. Eure Rücksichtslosigkeit hat eure Mit-Helfer*innen in äußerst unangenehme Situationen gebracht. Wegen euch mussten Menschen ohne Schlaf oder Pausen auskommen oder haben das komplette Fest verpasst, weil sie nicht von ihrem Arbeitsplatz weg konnten. Wir haben euch vertraut, und ihr habt dieses Vertrauen schamlos ausgenutzt. Wir werden daraus unsere Lehren ziehen. Zum Schutz derer, die es ernst meinen mit der Unterstützung und zum Schutz des Kernteams, das leider ein weiteres Jahr auf unzumutbare Art überlastet wurde. Es ist wie gesagt nicht üblich solche deutlichen Worte an eine breite Zuhörerschaft zu richten als Veranstalter. Aber wir sind kein gewöhnliches Fest. Wir legen Wert auf den Dialog mit allen, die an dem Fest teilhaben und wollen im Sinne von gegenseitigem Respekt auch weiterhin in ehrlichen Austausch treten mit euch. Wenn man gemeinschaftliches Handeln ernst meint und das einzigartige Gefühl der Zusammengehörigkeit erreichen will, welches daraus entsteht, dann muss auch der Raum für offene Aussprache bestehen bleiben. Was sonst entsteht ist unglaubwürdige Schönfärberei. Familie ist eben mehr als eine hübsche Fassade. Wer unsere Philosophie nicht akzeptiert, der braucht nicht wieder zu kommen. Wir wollen dieses Fest noch viele Jahre mit euch feiern. Dazu brauchen wir ein Publikum das uns in diesem Vorhaben unterstützt.

Gemeinsam wachsen

Das Midsommar 2018 war das größte und schönste in einer Reihe von Festen die jetzt schon seit mehr als einem Jahrzehnt in Hub stattfinden. Routine ist trotzdem nie aufgekommen. Wir stellen uns jedes Jahr neuen Herausforderungen. Jedes Jahr erfinden wir uns und das Fest neu und feilen an unzähligen Details. Dieses Jahr hat sich ganz besonders von den Vergangenen unterschieden. Wir haben den größten und schwierigsten Schritt in der Geschichte unseres Sonnwendfestes gewagt: Den Schritt hin zu einer angemeldeten Großveranstaltung. Jeder mit einem grundlegenden Verständnis von Partys dieser Art weiß, dass das keine triviale Angelegenheit ist. Besonders wichtig in diesem Prozess war mir, dass unsere Gäste nichts von den veränderten Gegebenheiten bemerken und alles so leicht und entspannt abläuft wie immer. Voller Stolz wage ich zu behaupten, dass uns das geglückt ist. Eine gute Zusammenarbeit mit den Behörden hat sich als großer Zugewinn und als Chance für einen wichtigen Lernprozess herausgestellt. Ein Satz zum Thema Geld darf auch dieses Jahr nicht fehlen. Bei aller Professionalität darf man nicht vergessen, dass das Midsommar eine Nullnummer ist und bleibt. Weder ich als Veranstalter noch mein Kernteam verdienen etwas an dieser Veranstaltung. Alle Leute, die dieses Fest organisieren, machen das umsonst und mit unfassbar viel Hingabe. Natürlich werden auch Leute bezahlt. Faire Gagen für die Künstler*innen waren uns schon immer ein wichtiges Anliegen und das ist auch gut so. Wenn jemandem die leichten Anstiege bei unseren Preisen aufgefallen sind, dann können wir offen und ehrlich sagen: Das sind gestiegene Kosten, die wir kompensieren müssen. Wir danken für das Verständnis, dass wir auch dieses Jahr wieder bekommen haben für unser Vorgehen in dieser Sache.

Mehr Umarmungen

Abschließend kann ich sagen: Es ist ein seltsames Gefühl an diesem Punkt zu sein. Einerseits scheinen wir auf dem Gipfel des Berges zu stehen und auf den Erfolg dieser wunderbaren Veranstaltung zu sehen. Andererseits ist mit dem Schritt in die Legalität erst das Tor zu einer unendlichen Vielzahl an Möglichkeiten aufgestoßen. Wir werden jetzt alle in uns gehen und mit neuen Ideen und Ansätzen eine noch großartigere Vision vom schönsten Sonnwendfest aller Zeiten zusammenweben. Doch nicht nur das. Bei uns stehen noch eine ganze Reihe anderer Projekte an, die allesamt vielversprechend wirken, wenn man ihnen nur endlich die nötige Zeit widmet. Wir haben viel vor! Aber jetzt verabschieden wir uns erstmal in die Sommerpause. Lasst es euch gut gehen. Wir freuen uns darauf, euch bei unseren nächsten Unternehmungen wieder begrüßen zu dürfen! Im Namen der Schallvagabunden, Aaron out

Noch was hinterher

PS: Jetzt stehen da noch ein paar organisatorische Sachen im Raum. Erstmal zum Thema Kommunikation: Allgemein gilt; wir sind weiterhin unter info@schallvagabunden.de für euch da. Schreibt uns, wir freuen uns drauf. Wir wollen auch endlich anfangen einen ordentlichen Newsletter zu versenden, in dem man ungefähr einmal im Monat erfährt, was wir so treiben. Bis wir so weit sind, kann man auf unserem Blog auf schallvagabunden.de auch auf dem Laufenden blieben. Besonders für die fleißigen Helfer*innen gibt es bald einen Verteiler, nachdem so viele von euch schon gefragt haben wie sie nächstes Mal frühzeitig Bescheid bekommen, wenn wir Leute suchen. Wir werden Facebook/Instagram notgedrungen weiterhin nutzen und dieser aufgeblasenen Maschinerie fröhlich beim Sterben zusehen. Unsere erste Wahl für den Austausch mit euch bleibt unsere Website, die wir konsequent weiter ausbauen und pflegen werden. Hier haben wir Entfaltungsfreiheit und erreichen auch die wachsende Zahl der „social“-media Aussteiger*innen. Zu den Fundsachen: Wir haben eine fette Kiste voll Kram von euch. Auch so geliebte Dinge wie Ausweise (auch von 2 Leuten die ihre Funkkopfhörer verloren haben) und Führerscheine. Auch ein Mobiltelefon liegt hier noch. Schmuck, und und und. Wir machen demnächst eine Bildergalerie damit man virtuell nach seinen Sachen suchen kann. Wenn ihr was sucht, schreibt uns! Und bitte beschreibt den verlorenen Gegenstand so genau wie möglich. Wegen der T-Shirts: Sorry liebe Helfer! Wir haben es dieses Jahr nicht geschafft die Helfershirts und Jutetaschen drucken zu lassen. Die gibt’s nächstes Jahr wieder! Der Shuttlebus ist dieses Jahr leider nicht zustande gekommen. Wir haben deswegen auch nochmal eine mail rausgeschickt an euch. Weil aber emails aus unserem Shop gerne mal im Spam landen, kam diese Nachricht anscheinend nicht bei allen an. Das tut uns wahnsinnig leid! Erstens; ihr bekommt euer Geld für die Bustickets natürlich zurück! Bitte entschuldigt, dass wir dafür gerade so lange brauchen. Wir werden das mit dem Bus nächstes Jahr nochmal versuchen. Auch wenn es viel Arbeit macht; wir sind weiterhin davon überzeugt, dass das eine tolle Sache ist, die am Ende Kosten spart und für die uns die Natur dankt! Das Video! Und die vielen Fotos: Wir machen eine ganze Reihe von wunderhübschen Stand und Bewegtbildern. Die bekommt ihr auch alle zu sehen. Das dauert aber noch etwas. Wir bitten daher um Geduld und freuen uns über jeden Link zu euren Erinnerungsfotos wenn ihr sie mit uns teilen möchtet. Und zum Schluss gibts noch einen Liebesbrief. Dieses herzallerliebste Schriftstück kam mit der Post nach Hub und hat den Abbau gleich viel angenehmer gemacht. Feedback wie dieses ist es, das es zu einer solchen Freude macht, dieses Fest zu organisieren. Wir lieben euch feste für solche Zusendungen!